• Wege aus der Massenarbeitslosigkeit

    Der technische Fortschritt ermöglicht, dass wir alle weniger arbeiten müssen. Das ist letztlich Sinn der Technik: Menschliche Arbeit durch Maschinen und automatisierte Prozesse zu ersetzen.
    Wir alle bringen unsere Leistungskraft zum Wohle unserer Firmen ein, wir alle haben auch ein Anrecht, an den Produktivitätsvorteilen entsprechend beteiligt zu werden.

     

    GENERELLE ARBEITSZEITVERKÜRZUNG

    Umverteilung der vorhandenen Arbeit auf mehr Arbeitsplätze durch generelle Arbeitszeitverkürzung  in der Wirtschaft wie im öffentlichen Dienst.
    Hier muss der Staat endlich seine Möglichkeiten voll nutzen. Der Staat setzt nicht nur die Rahmenbedingungen,  er kann auch als Arbeitgeber von über 6 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst eine Vorreiterrolle übernehmen!

    Verhinderung des Überstundenmissbrauchs durch ausschließlichen Freizeitausgleich,
    keine Umwandlung von Überstunden in Langzeitkonten

    Die 35-Stundenwoche wurde flächendeckend in Italien und Frankreich bereits vor Jahren eingeführt. Seinerzeit gab es Bestrebungen in der EU eine generelle Arbeitszeitverkürzung in Form der 35-Stundenwoche einzuführen. Trotz der wirtschaftlichen Stärke in der EU war Deutschland einer der stärksten Gegner.
    Mehr Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst.

    Besonders zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Steuerflucht, Wirtschafts-  und Umweltkriminalität.
    Zur Verbesserung der Sicherheit im Strassenverkehr wie der öffentlichen Sicherheit.
    Ausbau des Schienenverkehrs für Personen und Güter. (Ganz besonders in Hinblick auf die prognostizierte demographische Entwicklung und der prognostizierten Zunahme des Güterverkehrs).
    Ausbau und Förderung einer umweltfreundlichen Energieversorgung zur Energieeinsparung und Nutzung regenerativer Energieträger.
    Mißbrauch von illegaler Beschäftigung konsequent bekämpfen.
    Memorandum 2004, Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik  (siehe Punkt 10)

    Milliarden Steuermehreinnahmen stehen den höheren Personalkosten gegenüber.
    Das reduziert nicht nur die Sozialkosten der Arbeitslosigkeit und soziale Folgekosten von Gewalttaten, Unfällen und Umweltschäden. Personelle Aufstockungen im Justiz- und Finanzbereich führen auch zu vielen Milliarden jährlicher Steuermehreinnahmen durch Abbau von Vollzugsdefiziten bei der Bekämpfung der hohen Steuerhinterziehung und Wirtschaftskriminalität.
    Und ganz besonders positiv wirkt sich die verbesserte soziale Sicherheit auf die Kaufkraft und damit die Wirtschaftslage des Binnenmarkts aus.

    Internationale Abkommen zum Schutz der Arbeitsplätze

    Soziale und ökologische Mindeststandards als Voraussetzung  für einen freien Welthandel. Wirtschaftshilfe ist nur unter entsprechenden Bedingungen zu gewähren. Keine öffentliche Förderung für Firmen, die Arbeitsplätze ins Ausland verlagern.

    Der Abbau von Schutzzöllen für einen freien Welthandel ist richtig. Er setzt aber voraus dass Produkte, die durch Ausbeutung von Mensch und Natur (Hungerlöhne ohne soziale Mindestabsicherung und Produktion ohne mindeste ökologische Rücksichtnahme) nicht zu konkurrenzlos niedrigen Preisen importiert  werden können. Eine solch ungezügelte Profitmaximierung hat selbst in Niedriglohnländern zu Produktionsverlagerungen in noch ärmere Länder geführt.  Da dies ein Problem aller Beschäftigten auf der ganzen Welt ist und die Volkswirtschaften aller Staaten schädigt, sind entsprechende internationale Schutzmaßnahmen längst überfällig.

     

    Senkung der gesetzlichen Renten-Altersgrenze auf 60 Jahre.

    Solange hohe Massenarbeitslosigkeit und hoher Produktivitätszuwachs
    bestehen. Unehrlich und gewissenlos wäre die (ab dem Jahre 2012 beschlossene) Anhebung des Mindest-Renteneintrittsalters unter derzeitigen Bedingungen. Bekanntlich werden seit Jahren schon 50jährige in vielen Firmen aus dem Arbeitsverhältnis gedrängt. Es wäre nichts als gnadenloses Abschieben in Arbeitslosigkeit und soziale Not. (Für Politiker gilt heute nach weniger als 20 Arbeitsjahren: 55 und früher, ohne Abschläge)

     

    Vollbeschäftigung ist unverzichtbar für die Menschen wie für den Staat

    Mit “konkurrenzfähigen” Einkommen auf dem Niveau von Billiglohnländern, oder mit 1Euro-Jobs, kann in Deutschland niemand seinen Lebensunterhalt bestreiten und schon gar nicht seine Familie ernähren. Noch höhere Arbeitslosigkeit, Armut, der endgültige Zusammenbruch des Wirtschaftsstandortes Deutschland wären zwangsläufig. Die typische Struktur, wie wir sie aus den armen Ländern kennen: Eine kleine Oberschicht der Superreichen, auf der anderen Seite ein Volk von ausgebeuteten Tagelöhnern und Arbeitslosen in  tiefster Armut.
    Weltfremd und realitätsfern „Grüne“ Vorstellungen zur Beschäftigungspolitik

    „Wir setzen nicht auf Vollbeschäftigung der alten Art mit Vollzeit-Dauerarbeitsplätzen.
    Das wird es nie mehr geben. Wir fordern eine radikale Umverteilung der Arbeit.
    Teilzeit oder Sabbat-Jahre müssen möglich sein“. Krista Sager, Focus-Interview, 26.2.1996

    „Wir werden in den nächsten Jahren nicht zur Vollbeschäftigung kommem.
    Das war sowieso wohl eher ein Modell männlicher Erwerbstätigkeit und
    weiblicher Für-den- Rest-Zuständigkeit.“ Katrin Göring-Eckhardt, 14.6.2003
    Empfehlenswertes zum Thema:

    Zukunft der Arbeit   und vierseitige Zusammenfassung von Zukunft der Arbeit
    Wir leben in der Zeit des Umbruches, der ständigen Abnahme der Erwerbstätigkeit. Für diese (Übergangs-) Phase brauchen wir zuallererst wirksame und nachhaltige Lösungen. Sie bereiten den sozialverträglichen Weg in eine Zukunft, in der Erwerbstätigkeit als Existenzgrundlage ihre heutige Bedeutung verloren hat.

    Aufruf „Massenarbeitslosigkeit überwinden – Arbeit solidarisch verteilen!“
    Der Aufruf ist von attac initiiert und mit GewerkschaftlerInnen und WissenschaftlerInnen entwickelt worden.

    Sozialstaat statt Konzern-Gesellschaft  – Alternativen der Wirtschaftspolitik
    Memorandum 2005 der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik - Universität Bremen

    Produktivitätsfortschritt und Massenarbeitslosigkeit
    Diskussionspapier von Dr. Egbert Scheunemann   16. August 2004

    NachDenkSeiten von Albrecht Müller und Dr.Wolfgang Lieb

    Die Reformlüge - 40 Denkfehler, Mythen und Legenden,
    mit denen Politik und Wirtschaft Deutschland ruinieren.
    Autor Albrecht Müller    Buchbesprechungen zu “Die Reformlüge”

    Wirtschaft die arm macht
    Vom Sozialstaat zur gespaltenen Gesellschaft  Autor Horst Afheldt